Gemeinde-Infos
Hailtingen



Hailtingen

Allgemeine Beschreibung des Ortes:

  • war katholisches Pfarrdorf im Kanzachtal.

  • Hailtingen lag damals schon an der Biberacher Poststraße.

  • war etwa 1 1/4 Stunden von Riedlingen entfernt.

  • es hatte damals 332 Einwohner.

  • es herrschte fürstlich Taxische Standesherrschaft.

  • lag im Amtsbezirk Bad Buchau.

  • die Zehnten wurden von Baden und der Pfarrei eingezogen.

  • 5 Höfe gehörten Baden, 1 dem Freiherr von Landsee, die übrigen sind Thurn und Taxische.

  • das Dorf liegt an beiden Seiten des Kanzachtales, einige Häuser liegen an der Kanzach, über welche dort eine Brücke führt.

  • auf der Höhe liegt eine Kirche, weswegen in alten Urkunden oft auch von Kirchhailtingen gesprochen wird.

  • in den anderen Teil stand eine Burg, daher auch Burghailtingen. (von ihr ist heute nichts mehr zu sehen.) 

  • Kennzeichen: 1 Schildwache, 1 Brauerei, 1 Mahlmühle und 3 Mehlmühlen.

Historischer Hintergrund:

  • Hailtingen wurde schon im Jahre 805 unter dem Namen Heistiglingauw von den Gaugrafen Ehadaloch an St. Gallen vergeben,

  • Später findet man es jedoch im Besitze des Klosters Reichenau und der Grafen von Neringen, welche als Herren vom Bussen auch die Gerichtsbarkeit darüber hatten.

  • 1359 gab der Abt von Reichenau das Patronat mit allen Einkünften und Rechten an den Bischof von Konstanz, der 1562 die Kirche seinem Domkapitel einverleibte.

  • zu der Kirche gehörten auch die auswärtigen Fruchtzehnten von Heudorf, Burgau und Binhausen. Orte, die früher auch nach Hailtingen eingepfarrt waren.

  • der Pfarrer wurde auch zum Amtmann bestellt, und so entstand ein Constantes Amt, wo mit die Verwaltung der übrigen Besitzungen des Domkapitels verbunden war.

  • nach Auflösung des Domkapitels kam das Amt an Baden, von dem es verkauft wurde.

Hailtingen zieht sich über einen Kilometer lang an der Bundesstraße Biberach-Riedlingen (B 312) hin, die hier das Kanzachtal durchquert. Das Dorf ist erst im Verlauf der letzten100 Jahre aus drei Siedlungskernen zusammengewachsen, nämlich aus dem eigentlichen Bauerndorf (auch Burg- oder Unterhailtingen) im Süden, den Häusern bei der Mühle an der Kanzachbrücke und dem Kirchweiler (auch Kirch- oder Oberhailtingen). Die Pfarrkirche am äußersten Nordende bildet den höchsten Punkt. Mit ihrem spätgotischen Turm schließt sie wirkungsvoll das Ortsbild ab. Die bäuerliche Siedlung zieht sich aus dem Kanzachtal in ein von Dentingen herabkommendes Seitentälchen hinein. Ihr ungeregelter Grundriß hat den Dentinger Bach als Mittelachse. Früher ging der Durchgangsverkehr Biberach-Riedlingen durch die Betzenweiler Straße am Südrand des Ortes; die Offinger Straße stellte den nördlichen Dorfetter dar. Die jetzige Trasse der B 312, die von der Kanzachtalsohle geradlinig bis zum Walddistrikt Maierhau aufsteigt und das alte Dorf südlich liegen läßt, veränderte die Verhältnisse völlig. Der neue Straßenabschnitt setzt beim ehemaligen Bahnübergang an und durchschneidet die Offinger Straße. Das kleine Bahnhofgebäude hat die Raiffeisenkasse übernommen. Im frühen 19. Jh. lag die Abzweigung der Kirchstraße von der Staatsstraße unterhalb der Kirchsiedlung noch auf freier Feldflur, und nur einige Hofstellen im näheren Umkreis der Mühle bildeten die ersten Anfänge des neuzeitlichen Dorfwachstums.

Die Kirchsiedlung bestand neben der Kirche aus dem Pfarrhaus, der Schule und zwei Höfen. Ihre baulichen Verbindungen mit Unterhailtingen entlang der Biberacher Straße erfolgte allmählich in unserem Jahrhundert, wobei erst noch vor wenigen Jahren die letzen Baulücken gefüllt wurden . Anfangs handelte es ich hier noch vornehmlich um kleinere landwirtschaftliche Betriebe, später auch um einfache Wohnhäuser. Das hohe Mühlengebäude dient jetzt als Lagerhaus einer auswärtigen Textilfirma. Ein Neubaugebiet wurde am Südhang der Mühlhalde, oberhalb der Heudorfer Straße erschlossen (ca. 30 Häuser). Das gewerbliche Element tritt im Ortsbild der Adler-Brauerei und durch die Schreinerei Fisel in Erscheinung.


Kirche St. Georg

Die wesentliche Bausubstanz ist spätgotisch, 1758 nach barocken Vorstellungen umgestaltet. Der mächtige Westturm tritt mittig aus der Fassade hervor.

Der Innenraum ist im Schiff flach gedeckt im Chor mit Stichkappengewölbe versehen und mit reichem Rokokostuck versehen. Besonders erwähnenswert sind die 3 Altäre aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts prächtige Säulenaufbauten mit schönen Altarblättern und bemerkenswertem Figurenschmuck, aus der Ehinger Liebfrauenkirche stammend, sowie die Kanzel aus der Zeit um 1700. Holzbilderwerke des 16. und 17. Jahrhunderts, unter anderem Pieta`, realistische Darstellung um 1500. Am Aufgang der Kirche Lourdesgrotte aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.


letzte Änderung am  14. Dezember 2000 - webmasters