![]() Heudorf |
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Im Gegensatz zu den beiden Dörfern im Kanzachtal besitzt Heudorf eine Flächenlage auf der Altmoränenplatte westlich des Tals. Sein Grundriß zeigt als Kern ein geschlossenes Haufendorf. Die Hofstellen reihen sich ziemlich gedrängt beiderseits der leicht gewunden "Torstraße" an, die früher zugleich Ortsdurchsfahrt der Poststraße Riedlingen-Buchau war; Gehöftformen herrschen dabei vor. Das die Straße überspannende Torhaus markiert noch den Verlauf des alten Etterzauns, eine einmalige Besonderheit unter den Dörfern des Kreisgebiets. An das Dorf fügt sich gegen Osten der Schloßbezirk an, zu dem auch die barocke Kirche gehört. Der breit gelagerte Hauptbau, die Kirche und der anstelle des 1970 abgebrannten Ökonomiegebäudes errichtete langestreckte Neubau, eingebettet in Grünanlagen, wirken durch behagliche Gepflegtheit. Ausdruck der heutigen Funktion des Schlosses als Heimsonderschule sind die modernen großen Flachbauten auf den benachbarten Brühlwiesen. In der Dorfmitte entstand vor wenigen Jahren ein freier Platz durch den Abbruch des ehemaligen Pfarrhauses. Ein kleiner landwirtschaftlicher Ortsausbau erfolgte vor 1820 an der Hailtinger Straße, der sog. Zinken. Der Neubau der Staatsstraße Riedlingen-Buchau in den sechziger Jahren des 19 Jhs, der den Durchgangsverkehr aus dem Dorf herausnahm, lenkte dann das Ortswachstum in süd- westliche Richtung. Bis dahin hatte die Friedhofstraße beim alten Friedhof mit der Lorettokapelle am Dorfrand ohne Forsetzung auf der Feldflur geendet. Die erste Bebauung an der neuen Chaussee datiert um die Jahrhundertwende. Nach 1960 hauptsächlich aber erst nach 1978, griff das Neubaugebiet Breite flächenhaft über die Riedlinger Straße nach Süd-Westen aus. Hier siedelte sich 1971 ein Maschinenbaubetrieb mit mittlerweile 17 Arbeitsplätzen an. Geschichte vom Schloss HeudorfDen Ursprung des Schlosses Heudorf bildete vermutlich ein sogenannter Maierhof, dessen Erbauungsjahr unbekannt ist. Der Besitzer, ein Angehöriger des Kriegerstandes, ließ an das östliche Ende dieses Maierhofes einen Streitturm anfügen, so daß eine kleine Burg entstand. Um diese zog man einen Wall mit Wassergraben und Zugbrücke. Die einzelnen Besitzer der folgenden Jahrhunderte bauten nun - in mehreren Bauabschnitten - aus dieser Burg die gesamte Schlossanlage. 1293 - 1471 Die Herren von Hornstein
1471 - 1790 Die Reichsfreiherren von Stotzingen
1790 - 1856 Die Fürsten von Thurn und Taxis
1854 - 1920 Thurn- und Taxisches Forstamt
1920 - 1932 Die Ehrwürdigen Töchter des hl. Vinzenz v. P.
1932 - 1937 Claretiner Patres
1938 - 1943 Thurn- und Taxisches Forstamt 1943 - 1945 Begabtenaufbauschule
1945 - 1952 Polenlager
1953 - 1956 "Ferien vom Ich"
Seit 1956: Die "Immakulata-Schwestern"
Heute bietet das Heim St. Josef Heimat für Kinder und Jugendliche, die der Hilfe zur Erziehung nach § 27 KJHG bedürfen. Die angegliederte Edith-Stein-Schule bietet folgende schulische Angebote: Schule für Erziehungshilfe mit den Bildungszielen der Grund- Haupt- und Sonderschule sowie die Sonderberufsschule. Das berufliche Angebot umfasst z. Zt. berufsvorbereitende Maßnahmen mit den Berufsfeldern Holz und Hauswirtschaft sowie die Ausbildung zur Hauswirtschaftstechnischen Helferin. Den Kindern und Jugendlichen wird hier durch optimale psychische, physische und nicht zuletzt menschliche Zuwendung die bestmögliche Unterstützung gegeben, die sie brauchen, um ihren Lebensweg zu finden. Kirche St. Oswald, HeudorfDie Kirche St. Oswald im Schloßareal wurde 1626 anstelle des spätgotischen Vorgängerbaus von 1508 errichtet. Rechteckiges Schiff mit dreiseitigem Ostschluß, südöstlich Sakristei. Deckenfresken in Medaillons, (Anbetung der Könige, Marienkrönung) 1728 von den Gebrüdern Veeser aus Andelfingen. An der Orgelempore die 14 Nothelfer im Stuckrahmen, frühes 18. Jahrhundert, ebenfalls Veeserwerkstatt. Ein wertvolles Holzbild ist die der Syrlinschen Werkstatt zugewiesene Beweinungsgruppe, Ulm um 1500. Gemälde des 18. Jahrhunderts, Grabsteine der Herren von Stotzingen. |
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